Weltweit breitet sich das SARS-CoV-2 Coronavirus aus. Massenevakuierungen wurden vorgenommen und auch bei uns werden und wurden bereits reihenweise Großveranstaltungen abgesagt. Nach bisherigen Erkenntnissen kann das Coronavirus zehnmal schneller als andere Viren an menschliche Zellen andocken und erlangt dadurch seine schnelle Verbreitung. Todesfälle treten dabei vorwiegend bei erkrankten Menschen auf, die schon vorher ein schwaches Immunsystem hatten. Der beste Schutz gegen das Virus ist deshalb ein schlagkräftiges Immunsystem. Wir haben für Sie die vier wichtigsten Maßnahmen zusammengefasst, die Sie sofort umsetzen sollten, um Ihr Immunsystem nachhaltig zu stärken.

Sofortmaßnahmen zur Immunkräftigung

Stabilisieren Sie Ihren Darm

80 Prozent des Immunsystems sitzen im Darm. Deshalb ist es wichtig, den Darm besonders für den Fall einer erhöhten Virusbelastung fit zu machen. Hier zwei Empfehlungen:

– Fahren Sie die Glutenbelastung herunter: Gluten ist ein Klebereiweiß und in Produkten enthalten, die zum Backen verwendet werden, wie zum Beispiel Weizen-, Roggen- oder Dinkelmehl. Die Glutenbelastung schädigt den Darm und das Immunsystem. Das kommt daher, dass Gluten Gliadin enthält, welches zu einer erhöhten Zonulinausschüttung führt, wodurch die Darmwände zunehmend löchrig werden. Passiert das, können Allergene, Keime und Viren in den Körper übertreten und dort zu Entzündungen führen. Da die Darmschleimhäute mit den Schleimhäuten der oberen Atemwege in Verbindung stehen, werden diese ebenfalls geschwächt. Ein Virus wie der SARS-CoV-2 kann sich dann leichter im Hals-Nasen-Rachen-Raum und in den Bronchien einnisten. Reduzieren Sie deshalb in Phasen höherer Virusbelastung Ihren Glutenverbrauch.

– Stabilisieren Sie Ihren Darm mit Laktobakterien: Laktobakterien erhöhen die Teilungsrate der Darmepithelzellen und verhindern so den Übertritt von Krankheitserregern ins Körperinnere. Darüber hinaus erhöhen Laktobakterien die Produktion von sogenanntem “Interleukin 12”, wodurch die natürlichen Killerzellen des Immunsystems und die körpereigene Gamma-Interferon-Bildung aktiviert werden. Dies bewirkt eine effiziente Viren- und Bakterienabwehr. Laktobakterien finden sich unter anderem in fermentiertem Gemüse, frisch hergestelltem Naturjoghurt und in rohem Sauerkraut.

Attackieren Sie die Viren mit Ingwer

Ingwer hat ein hohes antivirales Potenzial. Die Wirkstoffe, die gegen Viren gerichtet sind, sind die enthaltenen Gingerole, Shogaole und Zingeron. Diese Ingwerwirkstoffe hemmen die Vermehrung des Virus im Körper sofort und verringern das Risiko, dass das Virus in Körperzellen eintreten kann. Darüber hinaus wirkt Ingwer nicht nur gegen Viren, sondern auch ganz stark gegen krankmachende Bakterien, zum Beispiel Staphylokokken, die häufig im Darm hinter einem Biofilm versteckt sind. Ingwer kann diesen Biofilm angreifen und auflösen. Unsere Empfehlung: Nehmen Sie täglich etwa 50 Gramm frischen Ingwer zu sich. Alternativ können Sie 5 Gramm Ingwerpulver oder 1 bis 2 Teelöffel Ingwerkonzentrat einnehmen.

Setzen Sie auf das Nährstofftrio Zink, Selen und Mangan

– Zink hat in der Dosierung von 60 Milligramm eine hohe Aktivierung der Killerzellen zur Folge. Zusätzlich wirkt Zink über mehrere weitere Wege stark antiviral. Immer wenn Sie sich angeschlagen fühlen, sollten Sie deshalb sofort 60 Milligramm Zink täglich zu sich nehmen. Diese Menge ist selbst über zinkreiche Lebensmittel wie Leber, Linsen oder Erbsen nicht zu schaffen. Deshalb empfehlen wir, ein entsprechendes Nährstoffpräparat zu besorgen.

– Selen ist Bestandteil des stärksten körpereigenen Antioxidans, der Glutathionperoxidase. Diese braucht Selen, um wirksam zu sein. Dadurch werden Strukturen im Körper geschützt, so dass diese nicht angegriffen werden. Da Deutschland ein Selen-Mangel-Gebiet ist, sollten Sie deshalb in Phasen hoher Viren- und Bakterienbelastung zusätzlich täglich 150 bis 200 Mikrogramm Selen aufnehmen. Diese Menge steckt zum Beispiel in 25 g Kokoschips oder Kokosraspel.

– Mangan ist der Bodyguard für die Kraftwerke der Zellen. Wenn die sogenannten Mitochondrien im Körper vital sind und gut arbeiten können, dann ist das Immunsystem deutlich stärker. Deshalb ist ein Manganmangel gleichbedeutend mit einer Immunschwäche und verminderter Antikörperbildung. Mangan hat zudem die Eigenschaft, ein weiteres körpereigenes Antioxidans, die Mangan-Superoxid-Dismutase, zu aktivieren. Bei erhöhter Virenbelastung empfehlen wir, täglich 10 mg Mangan zu sich zu nehmen. Diese Menge steckt zum Beispiel in 150 g Haferflocken mit 50 g Haselnüssen.

Haben Sie keine Angst vor dem Virus

Panikmache führt dazu, dass das Immunsystem des Menschen geschwächt wird. Wer sich Sorgen macht und gestresst ist, fährt verschiedene Immunparameter runter. Viel besser wäre es deshalb aufzuzeigen, welche Möglichkeiten der Immunstabilisierung es gibt. Das ist das noch junge Forschungsgebiet der Psychoneuroimmunologie. Eine Möglichkeit, die psychischen Belastungen besser erträglich zu machen, ist, die Vitamin-D-Aufnahme auf mindestens 4000 Internationale Einheiten pro Tag zu erhöhen. Vitamin D wirkt in dieser Hinsicht gleich doppelt, denn es stärkt die Psyche und kräftigt gleichzeitig auch das Immunsystem.

Mein Tipp: Gehen Sie sinnvoll gegen Corona vor

Werden Sie aktiv und stärken Sie Ihren Darm und Ihr Immunsystem: Nehmen Sie ab sofort täglich ein bis zwei Teelöffel flüssigen Ingwerextrakt sowie Laktobakterien, Zink, Selen, Mangan und Vitamin D in ausreichender Dosierung.

Das Ingwerkonzentrat sowie Laktobakterien-Kapseln mit Zink, Selen, Mangan und Vitamin D, bekommen Sie z.B. bei allsani: https://allsani.com/immunpaket

Alles Gute – Ihr Dr. Wolfgang Feil

Studien

Erhöhung der Darmpermeabilität durch Gluten

  • Drago, S., Asmar, R. E., Pierro, M. D., Clemente, M. G., Sapone, A. T. A., Thakar, M., … Fasano, A. (2006). Gliadin, zonulin and gut permeability: Effects on celiac and non-celiac intestinal mucosa and intestinal cell lines. Scandinavian Journal of Gastroenterology, 41(4), 408–419. doi: 10.1080/00365520500235334

Lactobakterien verbessert Darmintegrität und erhöht Killerzellaktivität und Gamma-Interferon-Bildung

  • Hessle, Hanson, & Wold. (1999). Lactobacilli from human gastrointestinal mucosa are strong stimulators of IL-12 production. Clinical and Experimental Immunology, 116(2), 276–282. doi: 10.1046/j.1365-2249.1999.00885.x

Ingwer: antivirale Aktivität

  • Aboubakr, H. A., Nauertz, A., Luong, N. T., Agrawal, S., El-Sohaimy, S. A. A., Youssef, M. M., & Goyal, S. M. (2016). In Vitro Antiviral Activity of Clove and Ginger Aqueous Extracts against Feline Calicivirus, a Surrogate for Human Norovirus. Journal of Food Protection, 79(6), 1001–1012. doi: 10.4315/0362-028x.jfp-15-593
  • Arora, R., Chawla, R., Marwah, R., Arora, P., Sharma, R. K., Kaushik, V., … Bhardwaj, J. R. (2011). Potential of Complementary and Alternative Medicine in Preventive Management of Novel H1N1 Flu (Swine Flu) Pandemic: Thwarting Potential Disasters in the Bud. Evidence-Based Complementary and Alternative Medicine, 2011, 1–16. doi: 10.1155/2011/586506
  • Chang, J. S., Wang, K. C., Yeh, C. F., Shieh, D. E., & Chiang, L. C. (2013). Fresh ginger (Zingiber officinale) has anti-viral activity against human respiratory syncytial virus in human respiratory tract cell lines. Journal of Ethnopharmacology, 145(1), 146–151. doi: 10.1016/j.jep.2012.10.043
  • Denyer, C. V., Jackson, P., Loakes, D. M., Ellis, M. R., & Young, D. A. B. (1994). Isolation of Antirhinoviral Sesquiterpenes from Ginger (Zingiber officinale). Journal of Natural Products, 57(5), 658–662. doi: 10.1021/np50107a017
  • Rasool, A., Khan, MU., Ali, MA., Anjum, A., Ahmed, I., Aslam, A., Rafique, G., Masood, S., Nawaz, M. (2017). Anti-Avian influenza virus H9N2 activity of aqueous extracts of Zingiber officinalis (Ginger) & Allium sativum (Garlic) in chick embryos. Pakistan Journal of Pharmaceutical Sciences. 30. 1341-1344.

Die Rolle von Zink für die antivirale Immunabwehr

  • Read, S. A., Obeid, S., Ahlenstiel, C., & Ahlenstiel, G. (2019). The Role of Zinc in Antiviral Immunity. Advances in Nutrition, 10(4), 696–710. doi: 10.1093/advances/nmz013

Zinkmangel belastet das Immunsystem und führt zu geringerer Aktivität der Killerzellen

  • Rolles, B., Maywald, M., & Rink, L. (2018). Influence of zinc deficiency and supplementation on NK cell cytotoxicity. Journal of Functional Foods, 48, 322–328. doi: 10.1016/j.jff.2018.07.027

Glutathionperoxidase braucht Selen

  • Ghneim, H. K., & Al-Sheikh, Y. A. (2011). Effect of Selenium Supplementation on Glutathione Peroxidase and Catalase Activities in Senescent Cultured Human Fibroblasts. Annals of Nutrition and Metabolism, 59(2-4), 127–138. doi: 10.1159/000334069
  • Ha, E.-J., & Smith, A. M. (2009). Selenium-dependent Glutathione Peroxidase Activity is Increased in Healthy Post-menopausal Women. Biological Trace Element Research, 131(1), 90–95. doi: 10.1007/s12011-009-8346-5

Body-Guard für gesunde Mitochondrien: Mangan

  • Flynn, J. M., & Melov, S. (2013). SOD2 in mitochondrial dysfunction and neurodegeneration. Free Radical Biology and Medicine, 62, 4–12. doi: 10.1016/j.freeradbiomed.2013.05.027
  • Rakkola, R., Matikainen, S., & Nyman, T. A. (2007). Proteome analysis of human macrophages reveals the upregulation of manganese-containing superoxide dismutase after toll-like receptor activation. Proteomics, 7(3), 378–384. doi: 10.1002/pmic.200600582

 

 

8 Kommentare

 

  1. 24. März 2020  16:25 erstellt von Lilly Antworten

    Hallo, ich nehme auch sehr viel Kurkuma zu mir. Das ist doch auch antiviral und eventuell vorbeugend, oder?

    • 24. März 2020  18:12 erstellt von Dominik Notz

      Hallo Lilly,

      es gibt natürlich noch weitere Nährstoffe, die das Immunsystem aktivieren und antiviral wirken.
      Das wären zusätzlich zu den genannten im Blog: Vitamin C, Knoblauch, Curcumin und Bitterstoffe in Kräuter.

      Hier ein wissenschaftlicher Beleg für die antivirale Funktion von Curcumin: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6509173/

      Liebe Grüße,
      Dominik

  2. 21. März 2020  12:47 erstellt von Gerhard Antworten

    Kann man Vitamin D 2 überdosieren? Ab welcher Menge täglich?

    • 24. März 2020  14:59 erstellt von Dominik Notz

      Hallo Gerhard,

      generell sollte man erst einen Bluttest machen, um zu wissen wie viel Vitamin D substituiert werden muss.
      Entscheidet man sich dann für für eine Substitution, kann Vitamin D in 2 Formen eingenommen werden. Als Vitamin D2 und Vitamin D3.

      Wir empfehlen jedoch ganz klar den Vitamin D-Spiegel mit Vitamin D3 zu erhöhen, da Vitamin D3 viel besser verwertet werden kann und somit zu einem höheren Vitamin D Wert führt!

      Und so kann man natürlich Vitamin D auch überdosieren, aber nur wenn man täglich sehr hohe Dosen einnimmt.
      2000-4000 I.E. Vitamin D3 pro Tag können jedoch bedenkenlos eingenommen werden.

      Liebe Grüße,
      Dominik

  3. 18. März 2020  22:10 erstellt von Cm Antworten

    Hallo,

    Ich stille noch meine 21 Monate alte Tochter, darf ich die Synbiotics kaspeln einnehmen ?

    Danke und lg

    • 20. März 2020  16:00 erstellt von Dominik Notz

      Hallo Cindy,
      ist sogar empfehlenswert.
      Liebe Grüße,
      Dominik

  4. 10. März 2020  11:44 erstellt von Alexander Scholz Antworten

    Sehr geehrter Herr Dr. Feil,
    sind die Synbiotic-Kapseln und der Ingwerextrakt auch für Kinder geeignet?
    Meine Kinder sind 6 und 10Jahre alt.
    Falls ja, wie sollte man hier dosieren?
    Liebe Grüsse Alexander Scholz

    • 17. März 2020  15:24 erstellt von Dominik Notz

      Hallo Alexander,

      ja, sind sie. Für Kinder aber nur die halbe Dosis.

      Liebe Grüße,
      Dominik

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