Arginin vs. Citrullin

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Dieses Thema enthält 11 Antworten und 8 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  binsvot vor 1 Woche, 3 Tagen.

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  • #51430

    Luke
    Teilnehmer

    Guten Tag

    Mit Interesse habe ich „Was erfolgreiche Sportler anders machen“ gelesen. Sie empfehlen darin die Einnahme von Arginin. Nun zeigen aber Studien, dass nur etwa 1% des eingenommen Arginins ins Blut gelangt. Um den Argininpegel zu erhöhen, wäre Citrullin effektiver. Könnte man also auch Citrullin nehmen oder gibt es einen Grund, der für Arginin spricht?

    Danke und freundliche Grüsse,
    Luke

    PS: Hier Links zu zwei Quellen:
    http://examine.com/supplements/Citrulline/
    http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22666356

    #58123

    HeikoR
    Mitglied

    Das würde mich auch sehr interessieren! Vielleicht erklärt uns das ja mal jemand!

    #58173

    PeterB.
    Mitglied

    Citrullin geht auch (ist vielleicht sogar wirksamer) -> http://edubily.de/2014/10/energy/
    Viele Grüße!
    Peter Buchmann

    #58254

    Friederike Feil
    Teilnehmer

    Citrullin hat auch eine ammoniaksenkende Kapazität – die leistungssteigernde Wirkung ist jedoch stärker für Arginin im Bereich 5-6 Gramm belegt. Höchstwahrscheinlich gibt es hier noch eine andere Wirkungsweise, die Citrullin nicht vorweissen kann. Gruß Friederike

    #58262

    Luke
    Teilnehmer

    Da würden mich die Quellen sehr interessieren. Auf examine.com, einer Plattform, die auf die Auswertung von Studien spezialisiert ist, steht zu Arginin: „No significant influence on power output.“

    Citrullin bildet ja Arginin, resp. erhöht den Arginin-Level im Körper. So fasst examine.com zusammen: „Citrulline can increase plasma arginine concentrations, and due to acting as a resevoir of arginine it is actually more effective overall at increasing plasma arginine than arginine itself.“

    Was meinen Sie genau mit „leistungssteigernder Wirkung“? Im Buch wird ja Arginin nicht nur vor intensiven Einheiten, sondern vor allem auch nachher zur schnelleren Erholung empfohlen.

    #58595

    Friederike Feil
    Teilnehmer

    Hallo Luke,
    Arginin steigert die Bildung von Mitochondrien. Das sind die Kraftwerke der Zelle. Je mehr wir haben, desto leistungsfähiger ist man. In der Regenerationsphase empfehlen wir Arginin, da es die NO-Verfügbarkeit im Körper verbessert und so zu einer besseren Durchblutung führt. Das heißt die Muskulatur wird schneller versorgt. Direkte Citrullinstudien mit Sportlern habe ich noch nicht gesehen. Werde mich aber nochmals damit beschäftigen. Gruß Friederike

    #58980

    Lettre
    Teilnehmer

    Hallo,

    ich habe eine Nachfrage zum Arginin. Dabei geht es ja um die Erhöhung der NO Produktion. Jetzt habe ich einen Artikel gelesen. Und dabei wird eine dauerhafte NO Erhöhung als Problematisch betrachtet. Oder habe ich da etwas missinterpretiert?
    Wie wirkt sich L Arginin in diesem Komplex aus?

    http://www.mse-pharma.de/c/Verbraucherinformation_Burn-Out-Syndrom.pdf

    „Der nitrosative Stress belastet die B12-Speicher. Er entsteht bei dauerhaft übermäßiger Bildung von Stickstoffmonoxid (NO) und seinen Folgeverbindungen, wie z.B. Peroxinitrit (ONOO-). Peroxinitrit entsteht bei gleichzeitig erhöhtem Gehalt an Freien Sauerstoffradikalen in den Zellen, ausgelöst durch einen verminderten mitochondrialen Energiestoffwechsel.
    Stickstoffmonoxid + Superoxid → Peroxinitrit NO O2 ·+ ONOO-
    Stickstoffmonoxid zählt zu den Freien Radikalen und wird in vielen Zellen unseres Organismus von Enzymen, den NO-Synthasen (NOS), aus der Aminosäure Arginin sowie Sauerstoff gebildet. Als „Nebenprodukt“ entsteht dabei u.a. die Aminosäure Citrullin. Citrullin wird sowohl über die Niere als auch über die Lunge ausgeschieden. Je mehr NO in unserem Organismus gebildet wird, desto höher ist die Konzentration im Urin und in der Atemluft. Deshalb kann durch die Bestimmung des Citrullin-Gehaltes im Urin oder in der Atemluft ein evtl. erhöhter Gehalt an NO nachgewiesen werden. In seiner physiologischen (normalen) Konzentration und kurzer Halbwertszeit erfüllt NO als Botenstoff und Stoffwechselregulator wichtige Aufgaben: In der Innenwand der Arterien ist NO an der Erweiterung der Gefäße beteiligt. In den Nervenzellen spielt NO als Neurotransmitter (Botenstoff) eine wichtige Rolle. NO ist an der Regulation des mitochondrialen Stoffwechsels bei der Zell-Synthese, der Vermehrung (Proliferation) von Gewebe und beim Sauerstoffverbrauch beteiligt. NO erfüllt wichtige Funktionen im Immunsystem. Dauerhaft erhöhte NO-Konzentrationen können eine Belastung für die Gesundheit darstellen. Daraus kann sich ein erhöhter Bioenergetischer Bedarf entwickeln, da die Nährstoffe (Fette, Kohlenhydrate und Eiweiß) energetisch nicht mehr verwertet werden können. NO kann mit dem Stoffwechsel in Wechselwirkung stehen. Die jeweilige NO-Konzentration kann das bestehende
    Verbraucherinformation – Burn-Out-Syndrom 4 Energieniveau beeinflussen, woraus längere Erholungspausen, verminderte Konzentrationsfähigkeit sowie Erschöpfungserscheinungen resultieren können. Sowohl Stickstoffmonoxid (NO) als auch Peroxinitrit (ONOO) können zu einer Belastung der Mitochondrien (Kraftwerke der Zellen) führen.
    Ursachen für eine erhöhte NO-Belastung können sein:• Stress • eine instabile Halswirbelsäule • Nitrat-belastete Lebensmittel • häufige Einnahme bestimmter Medikamente, wie z.B. Antibiotika, Statine und Potenzmittel • Schwermetalle • starke körperliche Belastung mit erhöhtem Sauerstoffverbrauch“

    VG Lettre

    #58985

    Friederike Feil
    Teilnehmer

    Hallo Lettre,
    Eine erhöhte Einnahme von Arginin, bzw. rote Beete Saft durch den hohen Nitratgehalt stellt keinerlei gesundheitliche Risiken dar. Ganz im Gegenteil. Es macht das Blut dünner, schützt so vor Thrombose, stärkt das Immunsystem und verbessert sogar noch die Effizienz unserer Mitochondrien.
    Arginin wird im Körper zu nitric oxide umgebaut durch das enzym Nitric oxide Synthase. Dies ist wichtig, denn NO kontrolliert im Körper viele Vorgänge (wirkt anti-entzündlich, verhindert Blutverklumpung, stoppt die Teilung von beschädigten Zellen…) . Jedoch wurde eine überschiessende NO Bildung im Körper in vielen Krankheiten beobachtet. Hier wird NO in 1000facher Konzentration gebildet durch das Enzym „inducible nitric oxide synthase“. Diese Umwandlung ist pathologisch und wird hervorgerufen durch Stress, Entzündungen und Gifte, hat aber mit einer erhöhten Nitrat oder Argininaufnahme nichts zu tun.
    Ich hoffe das ist etwas verständlicher. Es ist ein sehr komplexes Thema und die molekularen Vorgänge in unserem Körper sind nicht so einfach zu erklären.
    Studien zeigen aber ganz deutlich, dass die Einnahme von Arginin in zahlreichen Entzündungskrankheiten, Entzündungen reduziert und nicht erhöht.
    Viele liebe Grüße,
    Friederike Feil

    #58992

    Lettre
    Teilnehmer

    Alles klar 🙂 als Laie der ich bin ist man dann schnell auf der falschen Straße. Ich konnte es mir auch nicht vorstellen. Aber sicher ist sicher. Es hätte ja sein können, dass ein zuviel diese von dir genannten Reaktionen auslösen kann.

    VG Lettre

    #61584

    Marvin_S
    Mitglied

    Hallo liebe Forum Mitglieder 🙂

    Der Beitrag ist zwar schon etwas älter, aber es gibt bestimmt noch Leute die diese Frage beschäftigt.

    „L-Citrullin oder L-Arginin?“
    Diese Frage ist so eigentlich nicht richtig, da L-Citrullin eine unterstützende Rolle bei der Einnahme von L-Arginin spielt, durch Citrullin wird die Wirkungsweise von Arginin sozusagen wesentlich verbessert.. daher sollte es eher „L-Citrullin und L-Arginin“ heißen. Habe mich mit dem Thema auf https://de.wikipedia.org/wiki/Citrullin und http://l-citrullin.de/ auseinandergesetzt, auf der 2. Seite wird nur diese Aminosäure behandelt, sehr informativ wie ich finde. Aber auch auf vielen anderen Seiten wird dies bestätigt.

    Hoffe diese Information hilft noch ein paar Leuten:)

    MfG
    Marvin

    #61586

    Basil
    Mitglied

    Leider ist das nicht ganz so eindeutig mit Nitrat, Nitrit und Arginin.

    Zunächst zum Arginin: das macht der Körper relativ zuverlässig selbst, und zwar aus Prolin und Glutamin über Citrullin (in den Darmzellen und den Nieren – die sogenannte entero-renal axis, [1]), eine Unterversorgung ist relativ selten. Arginin wird zwar gerne als Nahrungsergänzungsmittel verwendet – u.a. zur Verbesserung der Durchblutung – aber eigentlich gibt es dazu nur bei Leistungssportlern Daten zur Wirksamkeit; bei den meisten Menschen bringt das eher wenig.

    Bei der Bildung von NO wird Arginin schließlich nicht verbraucht, sondern wiederverwertet (Arginin wird über Citrullin und Arginosuccinat bzw. den Krens-Henseleit-(oder Harnstoff) Zyklus wieder gebildet.

    Der Argininspiegel wird übrigens relativ genau durch Arginasen im Blut und Darmzellen kontrolliert, indem es zu Citrullin abgebaut wird – eine hohe Dosis von Arginin kann daher letztendlich auch einfach nur den Citrullin-Spiegel erhöhen.

    Was Arginin und Mitochondrien angeht: das ist eine interessante Frage, denn davon habe ich noch nichts gehört. Der Argininstoffwechsel ist eng mit Mitochondrien verbunden, insofern ist eine Regulierung denkbar.

    Leider ist die Behauptung, Nitrat aus roten Beeten sei ungefährlich, nicht richtig – aus dem einfachen Grund, dass das noch niemand in Langzeitstudien untersucht hat. Wir wissen es schlicht und einfach nicht. Mechanistische Studien deuten darauf hin, dass es durchaus zu Nitrosaminbildung und damit Krebs kommen kann (immerhin wertet IARC Nitrat als Krebserregend [2]), andererseits wurde zumindest in einer Studie im UK gezeigt, dass keine Nitrosamine entstehen [3].

    Interessanterweise zeigen jedoch Langzeitstudien keine dauerhafte Wirkung von roten Beeten oder Nitrat [4]: im Gegenteil, es kommt zu einer homöostatischen Kompensierung und einem Blutdruckanstieg, zumindest im Tiermodell.

    Was bei Nitrat, Nitrit und roten Beeten schlicht und einfach fehlt sind Langzeitstudien zu Nutzen und Risiken. Die Menge an Nitrat überschreitet den Höchstwert von 3.7 mg/kg Körpergewicht pro Tag – daher sollte man ein wenig vorsichtig sein.

    Noch ein Kommentar zu NO: die Hauptwirkung von NO (und Nitrat/Nitrit) ist nicht die Blutverdünnung sondern die Entspannung der Blutgefäße und damit ein erhöhter Blutfluß bei geringerem Widerstand.

    [1] Windmueller, H. G. & Spaeth, A. E. Source and fate of circulating citrulline. Am J Physiol 241, E473–80 (1981), https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/7325229

    [2] https://monographs.iarc.fr/ENG/Monographs/vol94/mono94-6.pdf

    [3] Velmurugan, S. et al. Dietary nitrate improves vascular function in patients with hypercholesterolemia: a randomized, double-blind, placebo-controlled study. ajcn116244 (2015). doi:10.3945/ajcn.115.116244, http://ajcn.nutrition.org/cgi/pmidlookup?view=long&pmid=26607938

    [4] Carlström, M. et al. Cross-talk Between Nitrate-Nitrite-NO and NO Synthase Pathways in Control of Vascular NO Homeostasis. Antioxidants and Redox Signaling 23, 295–306 (2015), https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4523008/

    #81780

    binsvot
    Teilnehmer

    Hej jestem z Polski. Hi i am from Poland. binsger

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